Die meisten Indien-Reisenden kommen nie mit dem Gesetz in Berührung.
Aber das liegt meistens daran, dass jemand sie vorher informiert hat.
Denn es gibt in Indien Regeln, die für deutsche Touristen völlig unbekannt sind – und die im schlimmsten Fall zu Bußgeldern, Verhören oder sogar einem Einreiseverbot führen können.
Ich erkläre dir hier, was du wissen musst – nicht um dich zu erschrecken, sondern damit du entspannt reisen kannst.
Deine persönliche Indien-Vorbereitungsliste
Ich habe die wichtigsten Dos und Don’ts für Indien-Touristen in einer übersichtlichen Checkliste zusammengefasst. Lade sie vor deiner Reise herunter und gehe sie Punkt für Punkt durch, damit du nichts Wichtiges vergisst.
Praktische Checkliste
Alle wichtigen Vorbereitungen übersichtlich an einem Ort.
Stressfrei packen
Vergiss keine Dokumente, Apps oder wichtige Reiseutensilien.
Gut vorbereitet starten
Die wichtigsten Dos und Don’ts für einen entspannten Reisebeginn.
Fotografieren in Indien – was erlaubt ist und was nicht
Das ist das Thema, bei dem die meisten Touristen unwissentlich Fehler machen.
Denn nicht alles, was du in Indien siehst, darf auch fotografiert werden.
Was du auf keinen Fall fotografieren solltest
- Militärische Anlagen, Kasernen, Checkpoints und Truppenbewegungen
- Brücken, Staudämme und Eisenbahninfrastruktur (offiziell verboten)
- Regierungsgebäude, Parlament und Gerichtsgebäude
- Flughafenbereiche innerhalb der Sicherheitszone
- Bestimmte Tempel und Moscheen von innen
Was gilt, wenn du Menschen fotografierst
Fotografiere niemals eine Person ohne deren ausdrückliche Zustimmung – besonders Frauen.
Das ist nicht nur eine Frage des Anstands, sondern kann in Indien zu ernsthaften rechtlichen Problemen führen.
Auf touristischen Märkten, bei lokalen Festen oder in Dörfern gilt das ganz besonders.
Was bei historischen Stätten gilt
Laut der Archaeological Survey of India (ASI) ist an vielen geschützten Sehenswürdigkeiten das Fotografieren entweder kostenpflichtig oder in bestimmten Bereichen gänzlich verboten.
Am Taj Mahal etwa ist das Fotografieren im Inneren des Mausoleums strikt verboten.
Achte immer auf die Schilder am Eingang – sie sind meistens auf Englisch.
Drohnen in Indien – das musst du wissen, bevor du sie einpackst
Das überrascht viele Fotografen und Reisende.
Drohnen sind in Indien nicht grundsätzlich verboten – aber ohne Genehmigung darfst du sie nicht fliegen.
Was die DGCA-Regelung besagt
Laut der Directorate General of Civil Aviation (DGCA) brauchst du für das Fliegen einer Drohne in Indien eine gültige RPAS-Pilotenlizenz und eine in Indien registrierte Drohne.
Als ausländischer Tourist ist das praktisch kaum umsetzbar.
Was das für dich bedeutet
Bring deine Drohne am besten gar nicht mit – oder plane sehr viel Vorlaufzeit für die Bürokratie ein.
An historischen Stätten, in Nationalparks und rund um touristische Zentren wie den Taj Mahal ist das Fliegen von Drohnen grundsätzlich verboten.
Die Strafe für illegales Drohnenfliegen kann empfindlich hoch sein – und die Drohne wird unter Umständen beschlagnahmt.
Mein klarer Rat: Lass die Drohne zuhause. Die bürokratischen Hürden sind so hoch, dass es sich für eine normale Indien-Reise einfach nicht lohnt.
Alkohol in Indien – es ist komplizierter als du denkst
Indien ist kein trockenes Land – aber es gibt Bundesstaaten und Tage, an denen Alkohol vollständig verboten ist. Das zu wissen, kann dir echte Überraschungen ersparen.
| Bundesstaat | Regelung |
|---|---|
| Gujarat | RegelungKomplett verboten (außer mit spezieller Touristenerlaubnis) |
| Bihar | RegelungKomplett verboten |
| Nagaland | RegelungKomplett verboten |
| Mizoram | RegelungWeitgehend verboten |
| Manipur | RegelungWeitgehend verboten |
Wenn du Gujarat besuchst – etwa Ahmedabad, die Rann of Kutch oder Dwarka – kannst du keinen Alkohol kaufen oder öffentlich trinken.
Als Tourist gibt es theoretisch ein „Liquor Permit“, aber das ist bürokratisch und in der Praxis kaum jemand nutzt es wirklich.
Dry Days
Zusätzlich gibt es in fast ganz Indien sogenannte Dry Days – gesetzliche Feiertage, an denen kein Alkohol verkauft werden darf.
Das betrifft Wahltage, bestimmte religiöse Feste und nationale Gedenktage.
An solchen Tagen bleiben auch die Bars in normalen Bundesstaaten geschlossen.
Öffentliches Trinken
In den meisten Bundesstaaten ist Trinken auf der Straße oder in der Öffentlichkeit verboten oder zumindest stark verpönt.
In guten Restaurants, Hotels und lizenzierten Bars ist Alkohol dagegen in der Regel kein Problem.
Rauchen in Indien – die Regeln sind strenger als du erwartest
Seit dem Inkrafttreten des Cigarettes and Other Tobacco Products Act (COTPA) ist Rauchen an öffentlichen Orten in ganz Indien offiziell verboten. Das gilt für Restaurants, Hotels, Bahnhöfe, Einkaufszentren und die meisten öffentlichen Plätze.
Was das in der Praxis bedeutet
In großen Städten wird das Rauchverbot zunehmend durchgesetzt.
Das Bußgeld liegt bei 200 Rupien – klingt wenig, aber die Kontrollen werden konsequenter.
In touristischen Bereichen passiert dir vielleicht nichts – aber darauf verlassen solltest du dich nicht.
Nutze lieber die ausgewiesenen Raucherzonen, wo sie vorhanden sind.
In den meisten guten Hotels gibt es Balkone oder Außenbereiche, wo Rauchen erlaubt ist.
Drogen in Indien – hier gibt es absolut keinen Spielraum
Das ist das ernsteste Thema in diesem Artikel.
Ich schreibe das nicht um zu dramatisieren – sondern weil ich möchte, dass du es wirklich verstehst.
Was der NDPS Act bedeutet
Der Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act (NDPS) von 1985 ist eines der strengsten Drogengesetze der Welt.
Der Besitz, Konsum oder Transport von Drogen – auch kleinster Mengen – kann in Indien zu Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren führen.
Bei größeren Mengen droht lebenslange Haft.
Was das für Reisende konkret bedeutet
Kein Cannabis. Kein Haschisch.
Nicht in Goa, nicht in Varanasi, nicht im Himalaya – auch wenn manchmal der Eindruck entsteht, es sei dort toleriert.
Es gibt regelmäßige Razzien in touristischen Gebieten, bei denen ausländische Touristen verhaftet werden.
Das Auswärtige Amt Deutschland warnt ausdrücklich vor dem Konsum und Besitz von Drogen in Indien.
Konsularischer Schutz hat in solchen Fällen sehr begrenzte Möglichkeiten.
Du hast Fragen zu Sicherheit und Regeln in Indien?
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Kleiderordnung und Verhalten an religiösen Stätten
Das ist kein Gesetz im strengen Sinne – aber Missachtungen können zu Konflikten führen und dir die Freude an einer Stätte verderben.
Was du beachten musst
- Schuhe immer ausziehen, bevor du einen Tempel, eine Moschee oder ein Sikh-Heiligtum betrittst
- Schultern und Knie bedecken – das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen
- In Moscheen ist ein Kopftuch für Frauen oft Pflicht, manchmal auch für Männer
- In Jain-Tempeln sind Ledertaschen, Ledergürtel und Lederschuhe verboten – auch deine Handtasche
- Laut sprechen, Lachen oder Telefonieren ist in vielen Tempeln eine ernsthafte Respektlosigkeit
Schnell-Checkliste vor jedem Tempelbesuch
Tierschutz und Wildlife-Gesetze in Indien
Indien hat sehr strenge Tierschutzgesetze – den Wildlife Protection Act – und du solltest wissen, was das für dich als Tourist bedeutet.
Was verboten ist
- Tiere in Nationalparks füttern (auch harmlos wirkende Affen)
- Wildtiere anfassen oder für Selfies posieren
- Elefantenreiten außerhalb offiziell tierschutzkonformer Camps
- Kauf von Souvenirs aus Elfenbein, Tierhäuten, Federn oder Panzern geschützter Arten
- Selfies mit angeblich „zahmen“ Wildtieren an touristischen Orten
Der Kauf solcher Souvenirs ist außerdem nach deutschem Recht und dem internationalen CITES-Abkommen eine Straftat.
Du darfst diese Gegenstände also weder kaufen noch nach Deutschland einführen.
Geldwechsel – nur auf dem legalen Weg
Das klingt selbstverständlich – aber es gibt tatsächlich Touristen, die auf Schwarzmarkt-Angebote eingehen.
Das ist in Indien illegal und obendrein ein beliebter Betrugsweg.
Was erlaubt ist
- Wechsel bei autorisierten Wechselstuben (erkennbar am „Authorized Money Changer“-Schild des Reserve Bank of India)
- Geldabheben am Automaten mit deiner Karte
- Wechsel in Hotels mit entsprechender Lizenz
Hebe dir alle Wechselquittungen auf.
Bei der Ausreise kann es sein, dass du nachweisen musst, woher deine Rupien stammen – besonders wenn du größere Mengen dabei hast.
Visa-Regeln und Overstay – unterschätze das nicht
Dein eVisa für Indien gilt für eine bestimmte Aufenthaltsdauer – normalerweise 30 oder 60 Tage, je nach Visumtyp.
Ein Overstay ist in Indien kein Kavaliersdelikt.
Wer länger bleibt als erlaubt, riskiert ein Einreiseverbot für mehrere Jahre.
Die zuständige Behörde ist das Foreigners Regional Registration Office (FRRO).
Wenn du denkst, länger bleiben zu wollen – beantrage rechtzeitig eine Verlängerung, nicht erst am letzten Tag.
Die häufigsten rechtlichen Fehler, die Touristen unwissentlich machen
| Fehler | Mögliche Konsequenz |
|---|---|
| Drohne ohne DGCA-Genehmigung fliegen | KonsequenzHohes Risiko Beschlagnahmung, hohes Bußgeld |
| In einem Dry State Alkohol trinken | KonsequenzStrafbar Verhaftung möglich |
| Cannabis oder Drogen konsumieren | KonsequenzStraftat Verhaftung, Gefängnisstrafe |
| Militärgelände oder Brücken fotografieren | KonsequenzVerboten Verhör, Gerätebeschlagnahme |
| Elfenbein oder Tierhäute kaufen | KonsequenzStraftat Straftat nach deutschem und indischem Recht |
| Unangemessene Kleidung an Tempeln | KonsequenzNicht erlaubt Einlassverweigerung, Konflikt |
| Visa-Overstay | KonsequenzErnst Einreiseverbot für mehrere Jahre |
| Inoffizieller Geldwechsel | KonsequenzRisiko Betrug, mögliche rechtliche Probleme |
| Wildtiere füttern oder anfassen | KonsequenzNicht erlaubt Bußgeld, Verweis aus dem Park |
Du planst deine Indien-Reise und willst sicher vorbereitet sein?
Wir begleiten dich von der ersten Planung bis zur Rückkehr. Du erhältst persönliche Beratung auf Deutsch, Insider-Wissen aus über einem Jahrzehnt Indien-Erfahrung und Unterstützung durch unser erfahrenes Team direkt vor Ort.
Individuelle Planung
Eine Reiseroute, die zu deinem Budget, deinen Interessen und deiner Reisezeit passt.
Insider-Wissen
Profitiere von echten Erfahrungen und praktischen Tipps, die Reiseführer oft nicht bieten.
Betreuung vor Ort
Während deiner Reise steht dir unser Team in Indien bei Fragen und unerwarteten Situationen zur Seite.
Häufige Fragen von Indien-Reisenden
Ich reise nach Gujarat und möchte abends ein Glas Wein. Gibt es da eine Lösung?
Ehrlich gesagt: kaum.
Gujarat gehört zu den wenigen Bundesstaaten mit vollständigem Alkoholverbot. Für Touristen existiert zwar eine Genehmigung, sie wird jedoch selten genutzt. Plane deinen Aufenthalt entsprechend.
Darf ich von außen Fotos von Tempeln machen?
Außenaufnahmen sind meistens erlaubt. Innerhalb der Tempel gelten unterschiedliche Regeln. Achte auf Hinweisschilder oder frage das Tempelpersonal.
Ich bin Reisefotograf und möchte Straßenszenen fotografieren. Muss ich wirklich jede Person fragen?
Rechtlich unterscheidet sich Indien von Deutschland. Aus Respekt solltest du insbesondere Frauen und Kinder immer zuerst um Erlaubnis bitten.
Ich habe gelesen, dass Cannabis in Varanasi und Goa toleriert wird. Stimmt das?
Nein. Das NDPS Act gilt in ganz Indien. Besitz und Konsum können überall strafrechtliche Folgen haben.
Mein Kind möchte unbedingt einen Elefanten anfassen. Ist das möglich?
Nur in offiziell zugelassenen, tierschutzorientierten Elephant Camps. Wildtiere in Nationalparks dürfen weder gefüttert noch berührt werden.
Kann ich meine Drohne zumindest als Handgepäck nach Indien mitnehmen?
Die Einfuhr ist grundsätzlich möglich. Ohne DGCA-Genehmigung darfst du sie jedoch nicht fliegen.
Was passiert, wenn ich aus Versehen ein Foto von einem Militärgebäude gemacht habe?
Das Bild kann gelöscht werden, das Gerät kontrolliert und du gegebenenfalls befragt werden. Vermeide solche Aufnahmen grundsätzlich.
Ich bin homosexuell und reise mit meinem Partner. Müssen wir aufpassen?
Homosexualität ist seit 2018 legal. In konservativen Regionen können öffentliche Zuneigungsbekundungen dennoch Aufmerksamkeit erregen.
Ich habe am letzten Reisetag noch Rupien übrig. Kann ich die zurücktauschen?
Ja. Bewahre deine Wechselquittungen auf, da sie häufig für den Rücktausch benötigt werden.
Mein Visum läuft in zwei Tagen ab, aber ich möchte länger bleiben. Was tue ich jetzt?
Wende dich sofort an das zuständige FRRO. Ein Overstay kann Geldstrafen und zukünftige Einreiseprobleme verursachen.
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